Rogue One – A Star Wars Story (2016)

Rogue One hat mir viel Spaß bereitet. Ich lachte, weinte und starrte mit offenem Mund auf die Leinwand. Ich war erstaunt, über das, was man mir da zeigte. Ich war überrascht, dass mir Rogue One so gut gefiel wie Episode 7 – nur irgendwie anders.

So viel Spaß hatte ich zuletzt bei The Avengers, als ich ihn zum ersten Mal im Kino sah. Auch The Avengers zeigte mir ungesehene Actionsequenzen und kolossale Momente, die sich in mein Filmgedächtnis eingebrannt haben. Auch bei Avengers war die Nerdfilmwelt hin und weg. Dies sind keine Filme, die sich zu ernst nehmen (aber ernst genug!!!). Am Ende sind es in Bilder gegossene Momente, die man inhaliert. (Hulk, der einem außerirdischen Riesenwurm Paroli bietet unter Kontrolle seiner Kräfte! Zwei Star Destroyer, die aufeinanderprallen!) Bilder, die man sich als Kind in der eigenen Fantasie ausgemalt hatte.

Doch nach mehreren Jahren fühlt sich The Avengers blass an und sieht fade aus. Ein Abziehbild der eigenen Fantasie. Das Gefühl des Überwältigtseins hat nachgelassen. Und selbst Age of Ultron konnte das nicht wiederbeleben. Jetzt habe ich Angst, dass Rogue One das gleiche Schicksal blüht. Ich versuche dieses überwältigende Spektakel zu konservieren, aber spätestens nächstes Jahr erscheint der nächste Star Wars Film, dann noch einer und noch einer und so weiter. So lange, bis eine perfekte X-Wing-Szene einen nicht mehr so beeindruckt, wie einst bei dieser Schlacht über Scarif.

Noch nie war der Krieg der Sterne so viel Krieg. Das Leid der Beteiligten und die treibende Blasmusik des Scores passen oft nicht zueinander, aber dennoch funktionieren die Schlachten für mich. Es sind diese fiktiven Konfrontationen, die ich auf der Leinwand wie in Videospielen genießen kann und im echten Leben wie die Pest meide.

Gareth Edwards musste viel am Film ändern, damit ihn die Chefetage abgesegnet hat. Nichtsdestotrotz wirkt Rogue One nicht wie ein Star Wars Film aus der Konservendose. Es ist ein Film für Erwachsene. Ein Fanfilm der ganz großen Sorte. Mit viel explosiver Fantasie und Reminiszenzen an die Urtrilogie. Jeder Charakter bekommt zu wenig Zeit, aber jeden Charakter hätte man auch gerne länger gesehen. Und das ist gut. Und auch sonst ist Rogue One ein guter Film. Ich mag ihn (nach dem ersten Sehen) sogar sehr, aber ihr müsst das nicht, denn er ist nicht für jeden.

Ein Kommentar

  1. Ich hab ihn gestern gesehen und habe im Grunde diesselbe Meinung wie du. Ich fand ihn schlicht großartig, mir hat er wesentlich besser gefallen als Star Wars: Das Erwachen der Macht, welcher in meinen Augen sich zu sehr nach Fanservice angefühlt hat und eher darauf abzielte, den Fan an vergangene Tage zu erinnern und ihm das eine oder andere Lachen ins Gesicht zaubern, glückselig in dem Gedanken, dass er als echter Fan die Anspielung an die erste Trilogie verstanden hat. Zu wenig Neues oder Anderes war Star Wars VII gewillt zu zeigen und genau das hat Rogue One besser gemacht. Scarif war schon cool, keine Frage, aber auch sonst konnte sich jeder Schauplatz im Film sehen lassen. Ich fand ihn paradoxerweise auch spannender als Episode VII, obwohl ich im Prinzip natürlich wusste, wie er ausgehen würde. Ich werde mir den Film in jedem Fall auf einem Datenträger zulegen, wenn er erscheint und viele Male rauf- und runterschauen.

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