Spielbergs VR-Feuerwerk

Ready Player One (2018)

Damals hatte ich es noch am Rande erwähnt, nun ist der Film zum Buch erschienen. Es ist ein buntes Spektakel, das Spaß macht. Hinter den kreativen Effekten und den aufploppenden Referenzen steht aber ein liebloses Drehbuch. Das ist mal wieder ein Film, der mich daran erinnert, weshalb ich so gerne Serien gucke. Die nehmen sich Zeit und erklären das meiste vernünftig. Hier wirft man mit Ideen um sich und wartet gar nicht darauf, dass eine Idee zündet. Man ist bereits im nächsten visuellen Fiebertraum. Zack. Der nächste Gag lässt nicht auf sich warten. Boom. Botschaft obendrauf geklatscht. Peng. Fertig ist das Kino-Equivalent zum Fast-Food-Menü.

Teenie-Indie-Brit-Romcom-Dramedy-Serie

The End of the F**king World (2017)

Die Inspirationen sind mannigfaltig und die Prämisse dennoch genial. Ein psychopathischer Junge will seine rebellische Mitschülerin umbringen, die ihn auf einen Roadtrip der anderen Art entführt.

Besonders mochte ich den Mix aus amerikanischen Sehgewohnheiten und britischen Darstellern. Irgendwie hatte das etwas Magisches an sich, wenn man in einem tristen britischen Diner sitzt. Ich hatte jede Menge Spaß mit diesem bunten Serienstrauß und seinen knackigen 8 mal 20 Minuten. Es kamen so viele Klischees zusammen und dennoch war ich immer wieder überrascht, wie gut alles zueinander passte.

The End of the F**king World auf Netflix ansehen

Ex Machina auf Drogen

Annihilation (2018)

Mit Annihilation (dt. Auslöschung) hat Alex Garland erneut sein Gespür für dystopische Leinwand-Unterhaltung bewiesen. Irgendwo zwischen Arrival, Solaris und 2001: A Space Odyssey erweist sich Annihilation als bunte dystopische Metapher auf Alles und Nichts. Es ist ein Kammerspiel in einer schimmernden Parallelwelt voller grausam-schöner Ideen.

Ich vergebe 4 von 5 Prismen. Ich kann den Film nicht ohne Vorbehalt empfehlen. Schaut vorher den bekömmlicheren Ex Machina von Garland.

Annihilation auf Netflix sehen

Schwarze Katzen bringen Glück

Black Panther (2018)

Als Marvel seine All-Time-Favorites auf die Leinwand gebracht hatte, wurde es Zeit für die nächste Phase, die nächste Reihe an Superhelden. Begonnen mit Ant-Man, folgte Doctor Strange und nun ist der schwarze Panther zur Stelle. Die Marvel-Filmstudios sind immer mehr ein Abbild ihres ursprünglichen Mediums. Wie die Comics hatten die Filme bereits Reinkarnationen, Weltuntergänge und unterschiedlichste Heldenzusammenstellungen und nun folgen die B- und C-Promis unter den Superhelden. Ich warte darauf, dass auch Marvel (wie Fox bei den X-Men) mehrere Timelines und Universen hat, wo jeder Superheld von jedem Schauspieler ersetzt werden kann. Ich wünsche mir das nicht, aber es wird so kommen.

Zurück zu Black Panther, einem Film und einem Superhelden, den niemand kannte, wenn wir ehrlich sind. Na klar ist man mal über den Namen gestolpert und hat ein Bild von ihm gesehen, aber die Comics haben vor allem hierzulande keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Marvel Studios haben aber ihr Handwerk verstanden und können (fast) jeden Regisseur in ihr Universum einarbeiten. Dieses Mal hat es den jungen Ryan Coogler erwischt, der zuvor mit Creed einen fantastischen Nachfolger zur Boxreihe Rocky beigesteuert hat. Dort hat auch bereits Michael B. Jordan mitgespielt, der in Black Panther die Rolle des Antagonisten Killmonger übernimmt. Er selbst ist ein bekennender Nerd und hatte bereits vor langer Zeit darüber getwittert, den schwarzen Panther spielen zu wollen.

Talentierter Regisseur trifft auf talentierten Cast

Black Panther besticht durch ein stimmiges Ensemble aus talentierten Schauspielerinnen und Schauspielern, die alle genug Zeit auf der Leinwand kriegen, um sich und ihre Rolle zu präsentieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Film unzählige Kinder inspirieren wird. Nicht nur, dass alle einfach cool sind, es ist halt auch ein durch und durch afrikanisch geprägter Film mit sehr vielen bedeutenden Frauenfiguren. Ich bin gespannt, ob und wie sich das zum Beispiel auf die Cosplay-Szene auswirken wird.

Inhaltlich ist der Film aufs Wesentliche reduziert. Keine eminente Bedrohung der Welt und auch keine detaillierte Entstehungsgeschichte des Heldens. Es ist natürlich trotzdem die bekannte Machart mit großem Showdown – aber trotzdem weniger Showdown und das ist mehr. Vor allem weil wir uns demnächst mit den Avengers und Infinity War herumquälen müssen. Das wird groß und spektakulär. Und wahrscheinlich auch sehr gedrungen und voll für wertvolle Momente, wie wir sie teilweise in Black Panther haben.

🔗 TIL: Cheats sind strafbar in Südkorea

In Südkorea sind Games ein Kulturgut wie bei uns Sport. Für die E-Sports-Events versammeln sich tausende Menschen in Arenen und vor den Bildschirmen, um ihren Stars beim Klicken und Klackern über die Schulter zu schauen. Und um dieses Kulturgut zu schützen, gibt es eine Gesetzeslage, wie wir sie uns gar nicht vorstellen können. Wer dem Wettbewerb durch Manipulation schadet, kann bis zu zwei Jahre in Haft und 18.000$ Strafe zahlen.

Though jail time for cheating in a video game might seem extreme, the law is intended to protect the sanctity and viability of the gaming industry in South Korea, including South Korea’s booming esports scene. Effectively, it’s a digital equivalent of policies outlawing performance-enhancing drugs or similar activities detrimental to competitive sports. For a healthy competitive scene to thrive, hacks that could alter a competition’s outcome — or boosting to falsify someone’s qualifications outright — can’t go unpunished.

South Korean authorities arrest 13 suspects in Overwatch cheating investigation | Blizzard Watch


Wofür steht TIL? „Today I Learned“ heißt „Heute lernte ich“. TIL ist ein beliebtes Akronym, um sich über interessante oder kuriose Fakten auszutauschen.

Politische Podcasts

Nicht zuletzt seit den US- und Bundestagswahlen beschäftige ich mich zunehmend mit Politik und dem allgemeinen Weltgeschehen. Das ist nichts womit ich mich rühme, weil ich echt ungern mit Leuten über Politik streite. Trotzdem teile ich gerne meine Informationsquellen, die zu großen Teilen aus Podcasts bestehen. Wo früher mal Unterhaltung, Technik und Filme im Vordergrund standen, laufen jetzt auch andere Themen und Stimmen über meinen Podcast-Client. Hier meine Liste mit Empfehlungen, um sich gegen Angstmacher und Demokratiefeinde zu wappnen:

  • Die Wochendämmerung mit Katrin Rönicke & Holger Klein
    Früher exklusiv für Audible-Kunden, jetzt auch auf dem freien Podcastmarkt zu abonnieren, ist die Wochendämmerung ein ehrlicher Wochenrückblick ohne zu speziellen Fokus mit toller Besetzung.
  • Lage der Nation mit Philip Banse und Ulf Buermeyer
    Schon länger einer meiner Lieblingspodcasts, wenn ich mich über die politische Lage in und um Deutschland herum informieren will. Interessante Themen, gut aufgearbeitet.
  • Logbuch: Netzpolitik mit Linus Neumann und Tim Pritlove
    Ein tiefgehender aber verständlicher Blick auf die aktuelle politische Lage im Internet und drumherum. Erscheint trivial, ist es aber nicht, wenn einem das Internet wichtig ist.
  • Pod Save America
    Ein paar junge Männer, die für Obama Reden geschrieben haben, erklären, was Trump schon wieder falsch gemacht hat und wie man sich gegen rechten Populismus wehren kann. Spoiler: mit Demokratie.

Habt ihr weitere Empfehlungen? Ab in die Kommentare damit.

Star Wars: The Last Jedi (2017)

Meine Güte! Wie konnte ich nur vergessen, über diesen Film zu schreiben. Gefühlt gab es diesen Beitrag bereits, weil ich so oft die immer gleichen Gedanken mit vielen verschiedenen Personen geteilt habe. In Gesprächen und Chatverläufen war bei mir Star Wars das Überthema kurz vor Weihnachten. Ich las Artikel, hörte Podcasts und sah mir Rezensionen auf YouTube an. Meine Meinung festigte sich und tief in meinem Inneren war mir klar, wie dieser Beitrag auszusehen hatte. „Star Wars: The Last Jedi (2017)“ weiterlesen

Die PiCK UP! Arena

An anderer Stelle hatte ich erwähnt, dass ich die vergangenen Wochen viel zu tun hatte. Neben meiner Teilzeitstelle bei HÖBU, wo ich mich mal wieder um weihnachtliches Marketing gekümmert habe, hatte ich einen größeren Auftrag. Ich durfte kleine Webgames für PiCK UP! machen. Japp, ich meine den Schokokeks. Nun könnt ihr euch die ersten zwei Spiele auf pickup-arena.com ansehen und Highscores jagen. Viel Spaß und gewinnt etwas für mich mit.

Jahresabschluss 2017

Ich versuche Jahr für Jahr, viele Medien zu konsumieren. Vor allem gucke ich Filme, höre Podcasts und lese Artikel über verschiedenste Themen. Ich möchte Geschichten erleben und mir neues Wissen erschließen, um mit neuen Gedanken und Ideen besser zu arbeiten und vielleicht sogar ein besserer Mensch zu werden. Ich führe Listen, in die ich alles Gesehene und Gelesene notiere. Während die „Gesehen“-Liste mit rund 35 neuen Filmen oder Serienstaffeln wieder gut gefüllt ist in 2017, ist meine „Gelesen“-Liste so leer wie schon lange nicht mehr. Ich habe gelesen, zwar nicht viel, aber vor allem sehr wenige Bücher. Ich habe einige Bücher angefangen, aber ich habe wenige zu Ende gelesen. Um zumindest noch ein Buch gelesen zu haben, nahm ich mir die letzten Seiten von „Dienstags bei Morrie“ vor. Dabei stellte ich fest: Ein perfektes Buch um reflektiert ins neue Jahr zu starten.

Mitch Albom: „Dienstags bei Morrie“

Es geht um einen Lehrer und seinen Schüler. Meister und Padawan. Senpai und Kōhai. Morrie Schwartz und Mitch Albom. Mitch studierte unter Morrie Soziologie. Er entfernte sich von seinem Professor, als er ein erfolgreicher Sportjournalist wurde. Er vergaß seinen Mentor, bis er erfuhr, dass Morrie unheilbar an ALS erkrankt war. So begann seine letzte „Hausarbeit“, für die er Morrie dienstags besuchte. Sie redeten über den Sinn des Lebens, ihre Ängste und Wünsche. Aus diesen Gesprächen entstand ein Buch über das Leben und den Tod. Wer sich mal wieder mehr Gedanken machen will, als über die nächste Bestellung bei Lieferheld oder das neueste iPhone, dem sei diese kurze und liebevolle Geschichte ans Herz gelegt.

Invasion der Aliens, oder?

Arrival (2016)

Wenn zwölf himmelhohe Raumschiffe auf der Erde landen, wie würde die Menschheit reagieren? Welche Fragen würden wir stellen und wie würden wir auf die Invasoren zugehen? Vor Bladerunner 2049 hat Denis Villneuve bereits mit Arrival seine Leidenschaft für Science-Fiction-Filme bewiesen. Doch anders als in Bladerunner geht es hier nicht um eine dystopische Cyberpunk-Fantasie. Arrival ist eine bodenständige Geschichte über den Erstkontakt mit Aliens, basierend auf der Kurzgeschichte Story of Your Life von Ted Chiang. Es behandelt das Thema nicht mit pompöser Action, sondern anhand von Sprache.

In der Hauptrolle spielt Amy Adams die Linguistin Dr. Louise Banks, die als Expertin herangezogen wird, um einen Austausch mit den Außerirdischen zu ermöglichen. Das passiert auch schneller, als gedacht. Der Film hat ein rasantes Pacing. Obwohl die Story sehr dünn ist, passieren so viele Dinge. Rasant und bildgewaltig führt uns Denis Villeneuve von Louise Alltag in eines der rätselhaften Raumschiffe. Und während Louise ihre Arbeit macht, überschlagen sich die Ereignisse auf der Erde. Und dann ist da noch die Geschichte mit ihrer Tochter … doch ich will nicht zu viel verraten.

Am Ende bleibt mir nur noch, eine große Empfehlung auszusprechen. Bild, Soundtrack und Inhalt machen diesen „kleinen“ Sci-Fi-Film zu einem modernen Meisterwerk.