Stranger Things (2016)

Das Internet sprach: Stranger Things ist gut. Und es ward gut. So oder so ähnlich lässt sich meine Offenbarung zusammenfassen. Stranger Things wurde von Netflix auf allen Kanälen beworben und das Internet drehte bereits zum Erscheinen durch. Ich klickte seelenruhig die Werbung weg und ignorierte den Hype weitestgehend. Irgendwann kam ich aber nicht mehr umhin. Ich schaute die erste von acht Episoden. Und es ward Licht.

Stranger Things ist eine Mystery-Serie, die in den 80er-Jahren in einer amerikanischen Kleinstadt spielt. Sie fühlt sich wie ein verschollener Film an, der wieder ausgegraben wurde. Und für mich war das eine Offenbarung, weil ich als Kind der 90er nie guten Zugang zu den Perlen der 80er fand. Mit Stranger Things erlebte ich gleich drei Interpretationen dieser Zeit. In verschiedenen Interviews offenbarten die Macher der Serie, dass es drei große Einflüsse gab. Die Kinder in Stranger Things sind in einem Steven Spielberg Abenteuer, die Teenager in einem John Carpenter Horrorfilm und die Erwachsen durchleben einen Stephen King Roman. Dass diese Geschichten ineinandergreifen und funktionieren, ist eigentlich ein Wunder. Überhaupt ist die Charakterentwicklung bei so vielen Hauptfiguren überraschend gut gelungen. Von der schauspielerischen Leistung ganz zu schweigen. Das gesamte Ensemble spielt überragend.

Nachdem ich mehrere Kritiken las und Podcasts hörte, muss ich zugeben, dass ich Stranger Things wesentlich mehr abgewinnen konnte, als die meisten, die sowieso schon mit den Goonies, E.T. und Poltergeist aufgewachsen sind. Ich hatte sehr viel Spaß, weil es spannend erzählt und trotzdem optimistisch war. Das ist heutzutage nicht mehr der Normalfall, wenn man Serien der Sorte Game of Thrones, True Detective, House of Cards oder Breaking Bad gewohnt ist, wo jeder ein Antiheld und alles irgendwie Scheiße ist. Da war ich einfach mal froh, zu wissen, worauf es hinausläuft, und dass ich ganz naiv mitfiebern konnte. Ohne es mit den vorangegangenen Serien vergleichen zu wollen, war Stranger Things für mich eins der besten Serienerlebnisse der letzten Jahre.

Rogue One Trailer

Nach dem fulminanten Teaser ist hier nun der Trailer zu Rogue One: A Star Wars Story, der nur so vor tollen Bildern strotzt. Gleiter, Schiffe, Sternenzerstörer und natürlich der Todesstern schwirren in, um und über Planeten und sehen dabei mächtig mächtig aus. So gefällt mir das. Star Wars war schon immer eine sehr visuelle Filmreihe. Und ich finde es gut und richtig, dass auch die Ableger, die keine Epsioden sind und damit nicht zur Saga gehören, diese Stärke fortführen.

Und ich habe auf jeden Fall Lust auf die neuen Charaktere. Die sehen verdammt bad-ass aus. Und so müssen die auch sein, um gegen Darth Vader bestehen zu können.

Pokémon GO

Am 27. Februar 1996 – an meinem fünften Geburtstag – erschien Pokémon in Japan. Ich war achteinhalb, als ich im Oktober 1999 die Blaue Edition auf einem Flohmarkt in Borken von meinen Eltern erbettelte. Pokémon war damals weitesgehend unbekannt in Deutschland. Die Serie lief erst seit Kurzem auf RTL 2 und diese Werbung hat (hoffentlich) nicht wirklich zum Erfolg beigetragen.

Wo ich heutzutage stundenlang Reviews und Videos zu den neuesten Spielen studiere, zog mich Pokémon einfach so in seinen Bann. Das blaue Case war meine Trophäe und mein Game Boy Pocket der treue Wegbegleiter. Wir präsentierten unsere Pokémon auf dem Schulhof und trafen uns zum Kämpfen und Tauschen. Mit der zweiten Generation und den Editionen Silber und Kristall endete mein intensives Erlebnis. Fortan schaute ich nur noch der jüngeren Generation über die Schulter, wie sie mit neuen Pokémon spielten. Ich hätte auch gerne einen Game Boy Advance oder später den Nintendo DS gehabt, aber auch nur wegen Pokémon.

Wie man sieht, ist meine Pokémon-Nostalgie durchaus berechtigt. Zumal ich die Serie um Ash Ketchum auch oft genug gesehen habe. Die Titelmelodie („Ich will der Allerbeste sein …“) summe ich regelmäßig im Alltag. Den ersten Kinofilm sah ich mindestens als VHS-Kassette und den zweiten Film im Kino.

Ich wähle dich, Smartphone!

Mehr als ein Jahrzehnt später: Pokémon GO wurde angekündigt. Der Trailer faszinierte mich und ich wünschte mir sehr, dass die Inszenierung auch nur annähernd das Spielgefühl repräsentieren würde. Pokémon war schon immer ein sehr mobiles und soziales Spiel. Eine Umsetzung für moderne Smartphones machte also absolut Sinn, aber mit 25 Jahren wurde mein Gamer-Herz schon das eine oder andere Mal gebrochen. Versprechen werden in dieser Branche selten gehalten. Gute Spiele werden nicht versprochen, sondern kommen unerwartet aus dem Nichts. So wie Pokémon es einst vorgemacht hat.

Als es schließlich offiziell in Deutschland erschien, war ich hin und weg. Im wahrsten Sinne. Denn ich fuhr gerade in den Urlaub. Und besser konnte eine Pokémontrainerkarriere nicht starten. Wie Ash zog ich aus Alabastia raus in die Welt, um ein Pokémonmeister zu werden. Jeder Fund wurde zelebriert und jedes schlüpfende Ei brachte Wunder und Spannung. Das Spiel war trotz aller technischen Fehler ein Volltreffer. Als Pokémonfan der ersten Stunde, wurde ich perfekt abgeholt.

Normalerweise bin ich allein mit meiner Faszination für solche Phänomene, doch alle um mich herum spielten Pokémon GO. Egal ob 10 Jahre jünger oder 20 Jahre älter. Meine Freunde kauften sich Powerbanks, die sie zuvor nie brauchten. Neue Smartphones wurden bestellt, um mitspielen zu können. Technikmuffel wollten auf einmal die neuesten Gadgets und Bewegungsmuffel wollten ihre 10km-Eier schlüpfen sehen. In meiner näheren Umgebung brach ein Wahn aus, den ich für ein Videospiel niemals für möglich hielt. Die Nerds hatten endgültig die Weltherrschaft an sich gerissen.

Relaxo versperrt den Weg

Nach mehreren Wochen, hatte ich ein paar verrückte Erlebnisse. Nachts um 1 Uhr war ich mit einem Freund in Freiburg unterwegs und wir fanden uns irgendwann zwischen 30 anderen Spielern wieder. Lockmodule wurden aktiviert, Pokémon-Namen ausgerufen, Werte kontrolliert und von irgendwo her plärrte die Titelmelodie („Ich will der Allerbeste sein …“). Ein paar Tage später im Hammer Park in Hamburg. Um 22 Uhr wanderten Hunderte Spieler wie Zombies durch die Parkanlage. Überall wurde gespielt und keiner komisch angeguckt. Plötzlich war Aufruhr und die ersten Spieler rannten aus dem Park. Ich überprüfte meinen Radar und entdeckte den Grund. Relaxo ist unweit des Parks erschienen. So einen Fund lässt man sich natürlich nicht entgehen und wir rannten hinter der ersten Gruppe her. Zwei Dutzend Spieler standen bereits auf der Straße vor einer Pizzeria und jubelten über den Fang des Tages. Als ich mein Exemplar gefangen hatte, kam eine Armada aus Hundert weiteren Menschen auf uns zugerannt. Eine Frau fragt mich neugierig, was hier los sei. Ich erklärte es ihr grob, sie fragte bloß, ob es was mit diesem „Pokémon“ zu tun hätte. Ich nickte. Sie nickte. Alles klar. Die Welt wusste Bescheid. Pokémon sind aus irgendeinem verrückten Grund in der Gesellschaft angekommen. Echter konnte kein Kindertraum werden.

Viel ist von diesem Traum nicht geblieben, aber diese ersten Tage waren intensiv und voller Abwechslung. Es waren Tage, an die man sich rückblickend erinnern wird, wie ich mich an die Blaue Edition zurückerinnere. Eine verrückte Zeit, die man nicht wiederholen oder nachempfinden kann. Die Welt stand für einen kurzen Moment Kopf und alle spielten oder sprachen über Pokémon. Ich würde gerne mehr und weiter mit diesem Spiel mitfiebern, aber die Entwickler von Niantic, so gut sie auch das Chaos überstanden haben, sind einfach keine guten Spieleentwickler. Sie sind langsam und unkommunikativ. Neue Features werden lange auf sich warten lassen und sie werden sich wenig bis gar nicht an der Community orientieren. Das haben mir die letzten Wochen gezeigt und die Erfahrungen, die andere Spieler mit dem Vorgängerspiel Ingress gemacht haben. Wenn es anders kommt, freue mich natürlich. Ansonsten bin ich gewappnet und habe eine tolle Erfahrung gemacht und diese mit anderen geteilt.

Und jetzt muss ich nochmal raus. Kilometer machen, Arenen bekämpfen und Taubsi fangen.

Spoiler, Leaks und Fantheorien

Es gibt Themen in der Nerdlandschaft, die unberührt an mir vorbeiziehen (Doctor Who). Dann gibt es diese popkulturellen Phänomene, die ich halbwegs aktiv, aber eher passiv verfolge (Harry Potter). Und ich habe natürlich auch meine Lieblinge. Dazu zählt neben Star Wars ganz klar Game of Thrones. Hierbei entwickle ich eine schier ungesunde Infromationspflicht. Ich kann mich stundenlang durch Fantheorien lesen, die niemals eine Relevanz haben werden in den Originalgeschichten, geschweige denn in meinem alltäglichen Leben. Wo ich früher Spoiler gemieden habe wie die Pest, gehören sie nun zur Faszination dazu, sie tragen gar hauptsächlich dazu bei.

Meine Hauptquelle für Zusatzinformationen ist Reddit. Eigentlich sollte man einen großen Bogen um Reddit machen. Dafür gibt es zahlreiche traurige Gründe. Doch so sehr Reddit auch von Arschlöchern untergraben wird, so gut sind teilweise die Beiträge und Linksammlungen für spezifische Themen. Die Nutzer kommentieren aktuelle Episoden oder diskutieren komplizierte Theorien. Im Subreddit /StarWarsLeaks habe ich zum Beispiel meinen Hype zu The Force Awakens über ein Jahr lang vor Erscheinen des Films ausgelebt. Und obwohl ich mich darüber fast komplett gespoilert habe, hatte ich eines meiner besten Filmerlebnisse.

Meinen Hunger nach Game of Thrones-Bissen stille ich über die Subreddits /gameofthrones und /asoiaf. Dort wird auf hohem Niveau und mit viel Witz über die Serie und die Bücher von George R.R. Martin gefachsimpelt. Dank der Voting-Funktion kann man sich darauf verlassen, dass meistens die besten oder lustigsten Beiträge hervorgehoben werden. So kann man schnell überfliegen, was beliebt ist, und man verschwendet keine Zeit damit, sich durch eine endlose Liste von Nichtigkeiten zu scrollen.

Falls ihr also auch ein Fandom habt, dass ihr leidenschaftlich verfolgt, dann traut euch und lasst euch spoilern.

Game of Thrones S06 (2016)

Es ist vorbei – fürs Erste. Game of Thrones hat sich spektakulär aus der sechsten Staffel verabschiedet. Hier folgen ein paar spoilerfreie Gedanken dazu.

Seit ich mich an Game of Thrones erinnern kann, ist es mehr als eine Serie. Es ist ein Ereignis. In Zeiten von Netflix und Binge-Watching muss man es einer Serie hoch anrechnen, dass ich auf jede einzelne neue Folge sehnsüchtig warte und sie so schnell wie möglich gucke, um nicht gespoilert zu werden und um mitreden zu können. Ich gehe ins Büro und frage als erstes, ob alle die neueste Folge gesehen haben, um das soziale Gefüge einschätzen zu können. Man will ja niemandem etwas vorwegnehmen bei einer Serie, wo regelmäßig ganze Familien ausgelöscht werden. Wenn dann alle Kollegen auf dem neuesten Stand sind, beginnt das Name-Dropping, die emotionale Beschreibung von Szenen und das Abgleichen von Meinungen und Stimmungsbildern. Ich liebe dieses Phänomen.

Die sechste Staffel von Game of Thrones hatte wieder ihre Schwächen, aber im Gegensatz zur fünften Staffel hatte sie deutlich mehr Stärken und einen geraden Kurs, den sie gefahren hat. Denn wir befinden uns im Endspurt. Es folgen nur noch zwei verkürzte Staffeln mit insgesamt 13 Episoden. Und es gibt noch viel zu erzählen, aber nicht mehr so viel, wie ich befürchtet hatte. Staffel 6 brachte viele Antworten und weniger Fragen. Die Charaktere bewegten sich wieder zueinander hin. Und während die ersten Staffeln subversiv die Helden zu opfern machten, handelt es sich immer mehr um eine klassische Heldengeschichte. Dennoch ist und bleibt es Game of Thrones und kein Schicksal ist gewiss. Ich bin noch immer sehr gespannt auf die Zukunft vieler tragender Figuren.

Ich habe zwar nur Teile der Bücher von George R.R. Martin gelesen, aber ich bewege mich gerne im Bereich der Spoiler und weiß mittlerweile, wie sehr sich die Serie von den Büchern unterscheidet. Die letzten beiden Werke fehlen noch, sodass die Serie die Bücher bereits überholt hat. Es ist bekannt, dass beide Versionen der Geschichte auf das gleiche Ende zusteuern, aber die Wege werden anscheinend drastisch anders erzählt werden, um das Beste aus beiden Erzählformen herauszuholen. Nach dieser Staffel freue ich mich umso mehr auf die ausführliche Variante von George R.R. Martin, weil doch sehr viele Details stark verkürzt erzählt und nicht ganz erklärt wurden. Das mag viele verärgern und die Qualität der Serie schmälern, aber ich freue mich auf die Möglichkeit, tiefer in die Geschichte eintauchen zu können. Immerhin ist die Serie seit der zweiten Staffel immer mehr zu einer Fanfiction mutiert, die mehr Action präferiert und Charaktere teilweise anders darstellt.

Die Mutation gefällt mir allerdings. Ich kann mit den Schwächen der Serie (meistens) gut leben und die Stärken genieße ich ungemein. Ich hatte viel Spaß, was wohl auch daran lag, dass ich mittlerweile tief in der Materie stecke und mich über die Grenzen der Serien hinweg informiere. Die sechste Staffel gehört so neben Staffel 1 zu meinen Favoriten.

Der Name des Windes

In seiner Welt gibt es zwar Magie, aber die wahre Magie findet in seinen Worten statt. Patrick Rothfuss schreibt nämlich auf eine bezaubernde Art und Weise. Der Name des Windes ist ein Fantasy-Roman, ja, aber auch ein gutes Buch. Ich gehörte zu der Sorte Mensch, die sich nicht vorstellen konnte einen 1000-seitigen Groschenroman über Könige und Drachentöter zu lesen. Und jetzt ist es doch passiert und ich singe ein Loblied auf eine fantastische Welt mit Königen und Drachentötern. Und ich muss gestehen, dass es sich hier um alles andere als einen Groschenroman handelt.

In Der Name des Windes geht es um den legendären Kvothe, einen berühmten Magier, Musiker und Königsmörder. Es geht um eine Tragödie in seiner Kindheit und sein Leben danach. Er ist hochintelligent, überlebensfähig und überdurchschnittlich stolz und stur. Und anders als bei Fantasy, die man im Fernsehen oder auf der Leinwand sieht, geht es hier nicht um spektakuläre Action. Primär ist Der Name des Windes eine Geschichte über die kleinen Momente des Lebens und über das Erwachsenwerden. Die Action geht unter in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Und ich hoffte bereits auf den nächsten kleinen Dialog, als Kvothe gerade Menschenleben rettete und zum Helden avancierte.

Wie jeder gute Fantasyroman ist auch Der Name des Windes Teil einer Trilogie. Die Reihe heißt The Kingkiller Chronicle oder Die Königsmörder-Chronik. Es sind bis jetzt zwei Teile erschienen und ich kann jedem alles empfehlen. Im Original auf Englisch liest es sich toll, die deutsche Übersetzung ist überzeugend und das deutsche Hörbuch klingt sehr gelungen. Und ja, die Film- und Fernsehrechte sind bereits verkauft und man arbeitet aktuell an einer Umsetzung, die hoffentlich die klaffende Lücke nach dem Ende von Game of Thrones füllen wird.

🔗 Miegakure – Ein Spiel in 4D

Passend zur E3, ein ambitioniertes Spiel. Mit Miegakure hat sich der Macher Marc Ten Bosch zum Ziel gesetzt, ein Spiel in 4D zu kreieren. Oder ein Spiel über 4D? Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles verstanden habe. Auf jeden Fall haben wir es hier mit einem großen Gedankenexperiment zu tun, das seit über sieben Jahren in der Entwicklung ist.

Wie stellt man vier Dimensionen dar, obwohl man sich nur drei vorstellen kann? Über einen geschickten Umweg. Man stellt sich vor, was ein zweidimensionales Wesen in einer dreidimensionalen Welt sehen würde und überträgt das.

Viele Videos und Erklärungen findet man auf Miegakure.com.

Und hier ist noch ein ausführlicher Talk von Marc Ten Bosch über Miegakure.

🔗 Full Metal B*tch

Edge of Tomorrow‘s Angel of Verdun: Nuanced Female Characters (Kleine aber feine Spoilergefahr!)

He’s basically following her instructions the entire film. Yes, he gets better and better in battle the more times he experiences the day – but he never surpasses her. He has to work to get up to her level.

Yes, Rita inspires him. But she inspires the whole world, and with good reason. He’s not trying to win her approval, or win her romantically, or even protect her. She inspires him, because she’s the kind of person he wants to be, which is extremely rare in film. It’s rare that we see a male character (several, in fact) in a film look up to a female character; want to be her.

Nachtrag zu Edge of Tomorrow und Emily Blunts Rolle. Es sollte mehr Frauenfiguren wie ihre in Filmen und anderen Medien geben.