Marvel hat es getan

Nach 10 Jahren haben die Marvel Studios den Weg zu ihrem ersten großen Finale beschritten. Phase 3 entwickelte sich großartig mit Black Panther, Thor: Ragnarok und jetzt Avengers: Infinity War. Den Krieg um die Infinity Stones sah ich glücklicherweise in der Premierenwoche im IMAX-Kino. Das gestochen scharfe 3D-Bild hat mir dieses Kinospektakel zusätzlich versüßt. Ich hätte sonst auf die zusätzliche Dimension verzichten können. In Berlin konnte ich es mir aber nicht entgehen lassen, weil es der erste abendfüllende Film war, der komplett im IMAX-Format gedreht wurde. Aber bevor es zu technisch wird, zu meinen inhaltlichen Eindrücken:

Infinity War war für mich als ewiger Superheldenfan der reinste Genuss. Vieles wurde schnell abgehakt. Nur eine Charakterstory zog sich ein wenig in den tiefen des Alls. Aber es war rundum unterhaltsam und nervenaufreibend. Die letzten Minuten gehören zu den stärksten Filmmomenten meines Lebens. Ich hätte nie gedacht, dass am Ende … Es war zu krass, um davon auszugehen, dass es final ist, aber es war ein mehr als würdiges Ende für diesen Film. Es hätte wahrscheinlich eine noch bessere Serie ergeben, aber diese Serien werfen leider nicht so viel Geld ab wie diese Filme, sonst hätten die Gebrüder Russo sicherlich den Serienolymp bestiegen. Nur wenige können mit dem Aufwand und der Dichte dieses Franchises so gut umgehen. Bestimmt wird das nicht mein Lieblingsfilm, aber so eine Leistung sieht man selten auf der Leinwand. Aktuell würde ich dem Film das Prädikat „historisch“ verleihen. Mal schauen, ob man das noch in 5 Jahren über diese Leistung denkt. Wer weiß, wie gut der Film altert und was wir bis dahin noch zu sehen bekommen. Es hätte ja auch niemand gedacht, dass man mal die Avengers auf die Leinwand bekommt. Und jetzt sowas.

Alle Marvel-Zombies haben diesen Film sowieso schon gesehen, wenn man sich die Rekordzahlen anschaut. Da brauche ich keine Empfehlung auszusprechen. Alle anderen können sich erstmal in Ruhe die 18 Prequels aus dem Marvel Cinematic Universe anschauen. Viel Spaß dabei. (Und keine Sorge, Thor wird erst am Ende richtig gut. Wir mussten da alle durch.)

Als Musikvideos noch Fernsehsender hatten

Die letzten Atemzüge von MTV und VIVA waren meine Jugend. Ich nahm Musikvideos mit dem VHS-Rekorder auf. Die Charts waren das Hintergrundrauschen in meinem Zimmer. Hausaufgaben wurden gemacht, bis wieder ein guter Clip gezeigt wurde. Aus der Konzentration für Mathe wurde die Hingabe für Linkin Parks Video zu Breaking The Habit. Oh, sie zeigen mal wieder Daft Punks Technologic. Das Video sorgte für Albträume. Ich habe Musik schon immer genossen, aber nichts kam einem Lied gleich, das auch noch ein perfektes Video im Gepäck hätte. Jeder weiß, wie unterschiedlich Menschen auf Musik reagieren. Das selbe gilt für Videos. Wenn man für sich die perfekte Kombi aus Audio und Video findet, hat man schon sehr viel Glück gehabt. Und früher war das keine Seltenheit. Musikvideos waren Kunst, wenn Michel Gondry sie gedreht hat. Spike Jonze hat uns einen legendären Flug von Christopher Walken beschert. Und mir fallen noch zehn weitere Videos ein, die ich mal an anderer Stelle sammeln werde.

Die Musikindustrie hat sich verändert wie keine andere. In den letzten 20 Jahren gab es mehr Veränderungen als jemals zuvor. Die letzten Tapes wurden durch CDs ersetzt. MP3-Player ersetzten den Discman. Der iPod wich dem iPhone und jetzt streamen wir alles. Das nebenbei MTV unterging und nur noch als Schatten seiner selbst rund um die Uhr Reality-TV zeigt, wundert einen dann auch nicht mehr. Wo früher kreative Musikvideos im Vordergrund standen, steht heute … ja, was steht da heute eigentlich? Wenn ich mir aktuelle Pop-Hymnen im Bewegtbild anschaue, wirkt alles auf mich wie großes Kino und durchchoreografiertes Tanztheater und ganz viel dazwischen. Klar, das Internet ist riesengroß und man hat mehr Möglichkeiten als jemals zuvor. Es gibt sie, die guten Videos, auch von kleinen Künstlern. Ich sehe sie aber nicht. Und das obwohl alles vernetzt ist und alle alles teilen. Wenn ihr ein Video teilen wollt, dann macht das doch in den Kommentaren. *winkwink*

Aber genug der Einleitung. Eigentlich wollte ich nur dieses frische Meisterwerk von Donald Glover aka Childish Gambino im Blog verewigen. In This Is America kulminieren Musik, Sozialkritik und Ausdruckstanz, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Ich habe es mir schon ein Dutzend Mal angeschaut und ich entdecke noch immer Details und verehre immer mehr Teilaspekte. Die einzelnen Bilder und Schnitte. Hach. Da darf auch der Regisseur Hiro Murai nicht unerwähnt bleiben.

“This is America” by Childish Gambino

Spielbergs VR-Feuerwerk

Ready Player One (2018)

Damals hatte ich es noch am Rande erwähnt, nun ist der Film zum Buch erschienen. Es ist ein buntes Spektakel, das Spaß macht. Hinter den kreativen Effekten und den aufploppenden Referenzen steht aber ein liebloses Drehbuch. Das ist mal wieder ein Film, der mich daran erinnert, weshalb ich so gerne Serien gucke. Die nehmen sich Zeit und erklären das meiste vernünftig. Hier wirft man mit Ideen um sich und wartet gar nicht darauf, dass eine Idee zündet. Man ist bereits im nächsten visuellen Fiebertraum. Zack. Der nächste Gag lässt nicht auf sich warten. Boom. Botschaft obendrauf geklatscht. Peng. Fertig ist das Kino-Equivalent zum Fast-Food-Menü.

Teenie-Indie-Brit-Romcom-Dramedy-Serie

The End of the F**king World (2017)

Die Inspirationen sind mannigfaltig und die Prämisse dennoch genial. Ein psychopathischer Junge will seine rebellische Mitschülerin umbringen, die ihn auf einen Roadtrip der anderen Art entführt.

Besonders mochte ich den Mix aus amerikanischen Sehgewohnheiten und britischen Darstellern. Irgendwie hatte das etwas Magisches an sich, wenn man in einem tristen britischen Diner sitzt. Ich hatte jede Menge Spaß mit diesem bunten Serienstrauß und seinen knackigen 8 mal 20 Minuten. Es kamen so viele Klischees zusammen und dennoch war ich immer wieder überrascht, wie gut alles zueinander passte.

The End of the F**king World auf Netflix ansehen

Ex Machina auf Drogen

Annihilation (2018)

Mit Annihilation (dt. Auslöschung) hat Alex Garland erneut sein Gespür für dystopische Leinwand-Unterhaltung bewiesen. Irgendwo zwischen Arrival, Solaris und 2001: A Space Odyssey erweist sich Annihilation als bunte dystopische Metapher auf Alles und Nichts. Es ist ein Kammerspiel in einer schimmernden Parallelwelt voller grausam-schöner Ideen.

Ich vergebe 4 von 5 Prismen. Ich kann den Film nicht ohne Vorbehalt empfehlen. Schaut vorher den bekömmlicheren Ex Machina von Garland.

Annihilation auf Netflix sehen

Schwarze Katzen bringen Glück

Black Panther (2018)

Als Marvel seine All-Time-Favorites auf die Leinwand gebracht hatte, wurde es Zeit für die nächste Phase, die nächste Reihe an Superhelden. Begonnen mit Ant-Man, folgte Doctor Strange und nun ist der schwarze Panther zur Stelle. Die Marvel-Filmstudios sind immer mehr ein Abbild ihres ursprünglichen Mediums. Wie die Comics hatten die Filme bereits Reinkarnationen, Weltuntergänge und unterschiedlichste Heldenzusammenstellungen und nun folgen die B- und C-Promis unter den Superhelden. Ich warte darauf, dass auch Marvel (wie Fox bei den X-Men) mehrere Timelines und Universen hat, wo jeder Superheld von jedem Schauspieler ersetzt werden kann. Ich wünsche mir das nicht, aber es wird so kommen.

Zurück zu Black Panther, einem Film und einem Superhelden, den niemand kannte, wenn wir ehrlich sind. Na klar ist man mal über den Namen gestolpert und hat ein Bild von ihm gesehen, aber die Comics haben vor allem hierzulande keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Marvel Studios haben aber ihr Handwerk verstanden und können (fast) jeden Regisseur in ihr Universum einarbeiten. Dieses Mal hat es den jungen Ryan Coogler erwischt, der zuvor mit Creed einen fantastischen Nachfolger zur Boxreihe Rocky beigesteuert hat. Dort hat auch bereits Michael B. Jordan mitgespielt, der in Black Panther die Rolle des Antagonisten Killmonger übernimmt. Er selbst ist ein bekennender Nerd und hatte bereits vor langer Zeit darüber getwittert, den schwarzen Panther spielen zu wollen.

Talentierter Regisseur trifft auf talentierten Cast

Black Panther besticht durch ein stimmiges Ensemble aus talentierten Schauspielerinnen und Schauspielern, die alle genug Zeit auf der Leinwand kriegen, um sich und ihre Rolle zu präsentieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Film unzählige Kinder inspirieren wird. Nicht nur, dass alle einfach cool sind, es ist halt auch ein durch und durch afrikanisch geprägter Film mit sehr vielen bedeutenden Frauenfiguren. Ich bin gespannt, ob und wie sich das zum Beispiel auf die Cosplay-Szene auswirken wird.

Inhaltlich ist der Film aufs Wesentliche reduziert. Keine eminente Bedrohung der Welt und auch keine detaillierte Entstehungsgeschichte des Heldens. Es ist natürlich trotzdem die bekannte Machart mit großem Showdown – aber trotzdem weniger Showdown und das ist mehr. Vor allem weil wir uns demnächst mit den Avengers und Infinity War herumquälen müssen. Das wird groß und spektakulär. Und wahrscheinlich auch sehr gedrungen und voll für wertvolle Momente, wie wir sie teilweise in Black Panther haben.

🔗 TIL: Cheats sind strafbar in Südkorea

In Südkorea sind Games ein Kulturgut wie bei uns Sport. Für die E-Sports-Events versammeln sich tausende Menschen in Arenen und vor den Bildschirmen, um ihren Stars beim Klicken und Klackern über die Schulter zu schauen. Und um dieses Kulturgut zu schützen, gibt es eine Gesetzeslage, wie wir sie uns gar nicht vorstellen können. Wer dem Wettbewerb durch Manipulation schadet, kann bis zu zwei Jahre in Haft und 18.000$ Strafe zahlen.

Though jail time for cheating in a video game might seem extreme, the law is intended to protect the sanctity and viability of the gaming industry in South Korea, including South Korea’s booming esports scene. Effectively, it’s a digital equivalent of policies outlawing performance-enhancing drugs or similar activities detrimental to competitive sports. For a healthy competitive scene to thrive, hacks that could alter a competition’s outcome — or boosting to falsify someone’s qualifications outright — can’t go unpunished.

South Korean authorities arrest 13 suspects in Overwatch cheating investigation | Blizzard Watch


Wofür steht TIL? „Today I Learned“ heißt „Heute lernte ich“. TIL ist ein beliebtes Akronym, um sich über interessante oder kuriose Fakten auszutauschen.

Politische Podcasts

Nicht zuletzt seit den US- und Bundestagswahlen beschäftige ich mich zunehmend mit Politik und dem allgemeinen Weltgeschehen. Das ist nichts womit ich mich rühme, weil ich echt ungern mit Leuten über Politik streite. Trotzdem teile ich gerne meine Informationsquellen, die zu großen Teilen aus Podcasts bestehen. Wo früher mal Unterhaltung, Technik und Filme im Vordergrund standen, laufen jetzt auch andere Themen und Stimmen über meinen Podcast-Client. Hier meine Liste mit Empfehlungen, um sich gegen Angstmacher und Demokratiefeinde zu wappnen:

  • Die Wochendämmerung mit Katrin Rönicke & Holger Klein
    Früher exklusiv für Audible-Kunden, jetzt auch auf dem freien Podcastmarkt zu abonnieren, ist die Wochendämmerung ein ehrlicher Wochenrückblick ohne zu speziellen Fokus mit toller Besetzung.
  • Lage der Nation mit Philip Banse und Ulf Buermeyer
    Schon länger einer meiner Lieblingspodcasts, wenn ich mich über die politische Lage in und um Deutschland herum informieren will. Interessante Themen, gut aufgearbeitet.
  • Logbuch: Netzpolitik mit Linus Neumann und Tim Pritlove
    Ein tiefgehender aber verständlicher Blick auf die aktuelle politische Lage im Internet und drumherum. Erscheint trivial, ist es aber nicht, wenn einem das Internet wichtig ist.
  • Pod Save America
    Ein paar junge Männer, die für Obama Reden geschrieben haben, erklären, was Trump schon wieder falsch gemacht hat und wie man sich gegen rechten Populismus wehren kann. Spoiler: mit Demokratie.

Habt ihr weitere Empfehlungen? Ab in die Kommentare damit.

Star Wars: The Last Jedi (2017)

Meine Güte! Wie konnte ich nur vergessen, über diesen Film zu schreiben. Gefühlt gab es diesen Beitrag bereits, weil ich so oft die immer gleichen Gedanken mit vielen verschiedenen Personen geteilt habe. In Gesprächen und Chatverläufen war bei mir Star Wars das Überthema kurz vor Weihnachten. Ich las Artikel, hörte Podcasts und sah mir Rezensionen auf YouTube an. Meine Meinung festigte sich und tief in meinem Inneren war mir klar, wie dieser Beitrag auszusehen hatte. „Star Wars: The Last Jedi (2017)“ weiterlesen

Die PiCK UP! Arena

An anderer Stelle hatte ich erwähnt, dass ich die vergangenen Wochen viel zu tun hatte. Neben meiner Teilzeitstelle bei HÖBU, wo ich mich mal wieder um weihnachtliches Marketing gekümmert habe, hatte ich einen größeren Auftrag. Ich durfte kleine Webgames für PiCK UP! machen. Japp, ich meine den Schokokeks. Nun könnt ihr euch die ersten zwei Spiele auf pickup-arena.com ansehen und Highscores jagen. Viel Spaß und gewinnt etwas für mich mit.