The Jungle Book (2016)

Die Videokassette von Disney’s Das Dschungelbuch lag immer direkt beim Videorekorder, als ich ein kleiner Knirps war. Und jetzt erschien auf dieser Basis eine neue Realverfilmung. Diese Filme haben vor allem eines gemeinsam: kein Baum und Stein sind real. Im neuen Dschungelbuch sind nicht nur die Tiere computergeneriert, sondern auch die gesamte Kulisse. Es bleibt also ein Junge, der vor grünen Wänden mit imaginären Tieren schauspielert.

So lächerlich der Filmprozess auch klingen mag, umso faszinierender ist das Endergebnis. Wer den Trailer sah, erkannte zwar die CGI-Tiere, aber niemand dachte daran, den Dschungel um sie herum anzuzweifeln. Aber genug gefachsimpelt. Letztlich zählt weniger wie ein Film entstand, sondern viel mehr wie er beim Zuschauer (in diesem Fall bei mir) ankommt.

Es geht natürlich um Mowgli, der von Wölfen aufgezogen wird und dessen Menschsein nicht immer gut bei den Tieren ankommt. Vor allem nicht beim Tiger Schir Khan. Mowgli macht sich also mit Panther Baghira auf den Weg zu den Menschen, um die Tiere und den Dschungel hinter sich zu lassen. Die Reise wird zu einem wilden Abenteuer und Mowgli landet bei allerlei Tieren, die mal mehr und mal weniger von ihm wollen.

Was genau passiert, will ich gar nicht verraten, weil man die Odyssee am besten ohne viel Vorahnung genießt. Denn für einen Kinderfilm ist dieser hier verdammt spannend inszeniert. Fast schon zu aufregend und düster für Kinder, aber für meinen Geschmack genau richtig, um mich in seinen Bann zu ziehen.

Ganz viel Atmosphäre entsteht außerdem durch die (englischen) Sprecher. Das Casting ist phänomenal und sorgt für einmaligen Hörgenuss. Die Lieder des Originals mögen zwar etwas erzwungen wirken, aber Bill Murray und Christopher Walken habe ich dann doch zu gerne singen gehört, um es dem Film böse zu nehmen. Ich wollte dem Film auch einfach kein Haar krümmen. Ich hab nur eins erwartet: gute Unterhaltung. Und die bekommt man.

Die guten Gags kann man zwar an einer Hand abzählen, aber der Film hat etwas so Reines an sich, dass ich immer wieder grinsen musste. Bei niedlichen Tieren und schönen Dschungelbildern kann ich einfach nicht anders. Immer wieder wurde ich emotional, weil mich die visuelle Umsetzung faszinierte. Animiert mal ordentlich einen Babywolf oder lasst mich Angst vor König Louie haben. Und eine besondere Rolle wurde den Elefanten zuteil, die mich überraschte und berührte.

Einige Kritiker wollen nicht hinnehmen, dass „reale“ Tiere die alten Zeichentricktiere ersetzen. Ich hatte auch Angst vor den sprechenden Tieren, aber irgendwie hat es sehr schnell Klick gemacht und ich fand die Umsetzung logisch. Ein Junge, der mit Tieren aufwächst, wird doch zwangsläufig die Tiere verstehen, oder es sich zumindest einbilden. Es ist die Geschichte von Mowgli und wir sehen die Tiere aus der Sicht von Mowgli sprechen. Ich kann verstehen, dass man sich nach animierten Tieren mit übertriebener Mimik sehnt, aber davon habe ich schon genug gesehen und ich bin mehr als zufrieden mit The Jungle Book.

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