Die Leiden der jungen Zwanziger.

Wohin geht die Reise nach der Schulzeit? Wir ziehen aus, weg und um. Die Ausbildung beginnt und neue Freunde betreten unsere kleine Welt, die größer wird — zumindest laut Facebook. 500 Freunde. Wow. Man merkt erst spät, dass man für eine dicke Freundesliste nicht nur Altlasten in Form von Macken und Ticks hinter sich lassen muss, sondern auch ein paar seiner liebsten Schulgefährten. 

Die Zahl, die uns auf jedem Facebook-Profil entgegenstrahlt ist ein diffuses Konglomerat diverser Bekanntschaften. Es ist eine Bekanntschaftsliste. Klingt uncool, aber wer wirklich glaubt, 500 Freunde haben zu können, hatte noch nie eine einzige echte Freundschaft.

Ich schreibe das nicht, um Facebook zu verdammen. Das kann und macht ja jeder. Ständig. Wir sind am Meckern und Verdammen. Nicht so laut, wie andere, aber es gibt sie. Diese Facebookposts, die einen nur anbrüllen, so hasserfüllt und klagend wie sie geschrieben sind. Und man kann sie nicht mal liken.

Eigentlich sind wir keine Meckergeneration. Wir sind einfach permanent unzufrieden mit irgendwas oder sind auf der Suche nach irgendwas, um damit unzufrieden zu sein. An sich ist alles bestens und uns geht’s ja eigentlich gut. Aber es könnte doch noch soooo viel besser sein. 

Mit gesenktem Kopf gehen wir an Obdachlosen vorbei, während wir darüber nachdenken, wie wir unser Leben in den Griff kriegen können. Wir wollen es optimieren. Wir sind ein Unternehmen, welches viel Gewinn abwerfen muss, weil es sonst auf der sozialen Börse schlechte Bewertungen kriegt.

So ein Unsinn.

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