Mr. Nobody (2009)

Mr. Nobody von Jaco Van Dormael ist ein Mammutwerk (und einer meiner absoluten Lieblingsfilme und Geheimtipps). Es wird die Geschichte eines Jungen erzählt, der sich an seine Zukunft erinnern kann. Er, Nemo Nobody, ist in der Lage jeden Lebensweg einzuschlagen und vorherzusehen. Seine Eltern trennen sich und wir verfolgen Nemo bei seiner Entscheidung, bei seiner Mutter zu bleiben, UND bei der Entscheidung, bei seinem Vater zu bleiben. Daraus entwickeln sich neue Erzählstränge, die sich wiederum aufteilen und noch kleinteiliger werden. 

Die erste Stunde des Films ist Chaos. Man wird in die Geschichte hineingeworfen und bekommt zufällige Einblicke in die Lebenswege von Nemo. Erst dann fügen sich schleichend Bilder zusammen. Man verliert sich in malerischen und bedrückenden Erzählungen. Nemos verschiedene Persönlichkeiten werden dabei eindrucksvoll vom talentierten Jared Leto und dem jungen Toby Regbo verkörpert.

Die Kritiker sind sich nicht ganz einig, wie gut der Film ist und bemängeln meist, dass Mr. Nobody zu viel will und sich in seiner komplexen Struktur verliert. Mir fällt es auch schwer, den Film vorbehaltlos zu empfehlen. Ich stelle mir immer vor, wie meine Freunde nach 2,5 Stunden entsetzt und wortlos dasitzen und sich ihre verlorene Lebenszeit zurückwünschen. Okay, vielleicht nicht ganz so schlimm. 

Mr. Nobody ist kein klassischer Unterhaltungsfilm. Er ist ein kleines Epos mit viel Liebe zum Detail. Er verführt nicht nur, sondern fordert auch. Ausgefeilte Kulissen, perfekte Tapetenmuster und visuell beeindruckende Kamerafahrten laden zum genauen Hinsehen ein. Es werden philosophische Fragen zum Thema Zeit und Entscheidungen aufgeworfen und ausgespielt. Mr. Nobody ist eine Parabel aufs Leben und eine Antwort auf die Frage: Welcher Weg ist der richtige?

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