Snowpiercer (2013)

In Snowpiercer erzählt der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho (The Host, Mother) die Geschichte eines Zuges, in dem die letzten Menschen leben. Um sie herum ist nichts weiter als Schnee, Eis und Tod. Einerseits geht es um die Klimaerwärmung und die Abhängigkeit des Menschen zur Natur (siehe auch The Road) und vor allem geht es um extreme Klassengesellschaft. Innerhalb des Zuges, der seit 18 Jahren im Kreis um die Welt fährt, gibt es nämlich die armen Schweine, die im hinteren Teil ihr Dasein fristen und die privilegierte Oberschicht, die es sich weiter vorne gut gehen lässt. Das gefällt Chris Evans aka Captain America gar nicht und so beschließt er eine Revolution an die Spitze des Zuges anzuführen.

Snowpiercer ist ein harter Film, der erbarmungslos Menschen hinrichtet. Es ist auch ein kreativer Film, der seine Themen sehr direkt präsentiert, aber auf eine Art und Weise, dass es sich mehr wie ein Terry-Gilliam-Film (Monty Python, Brazil) anfühlt als ein Steven-Spielberg-Blockbuster. Die reiche Gesellschaft wird sehr verrückt dargestellt, ähnlich also wie bei Die Tribute von Panem. Und so günstig manche Bilder auch aussehen, steckt sehr viel Liebe und Symbolik in ihnen. Bong Joon-ho lässt sich viel Zeit bei seiner Erzählung und konzentriert sich gerne auf Details. Immer wieder geht es um die Wahl zwischen rechts und links, vorne und hinten, was bei einem so „linearen“ Film natürlich besonders viel Sinn macht und Eindruck hinterlässt.

Am Ende durchbricht der Film den gleichen Kreislauf, auf dem der Zug seine Runden dreht. Zu oft spricht man über schlechte Enden. Hier will ich mal das gute (wenn nicht sogar perfekte) Ende loben.

Für Fans von The Road, Equilibrium und südkoreanischem Kino.

3 Kommentare

  1. Wenn ich mich nicht irre, basiert der Film auf einem Comic. Auf jeden Fall ist es wirklich ein gelungener Film und eine sehr interessante Geschichte.

    Ist mir gar nicht aufgefallen, dass Chris Evans mitspielt. Ich finde die Rolle passt aber sogar noch besser zu ihm als Captian America.

  2. Ich suche schon seit ein paar Tagen einen Film, auf den ich richtig Lust habe. Snowpiercer hört sich perfekt an; danke für den Tipp!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.