Mein erstes Semester.

Mein erstes Halbjahr an der Uni ist vorbei. Mit einer großen Ausstellung beendete das Design-Departement das Sommer­semester. Es folgen zwei Monate Ferien, in denen ich so richtig Energie tanken werde.

Aber was habe ich aus den letzten ersten Monaten Uni gelernt?

  • Studiere, tue, mache, arbeite und lerne so, dass es Spaß macht.
    Ich hatte zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. Viele davon waren erstmal langweilig. Wichtig ist, mit langweiligen Aufgaben spannend umzugehen. So hatte zum Beispiel ein Magazin von mir Fallout 3 als gestalterisches und inhaltliches Vorbild. Über das Ergebnis lässt sich vielleicht streiten, aber der Prozess war sehr unterhaltsam und motivierend.
  • Weniger ist mehr!
    Ich hatte zeitweise so viele Kurse (und Arbeit), dass ich Schwierigkeiten hatte, die Hausaufgaben zu erledigen. So lernt man nichts und liefert nur Scheiße ab. Oberstes Ziel für’s nächste Semester: Fokus.
  • Du bist dein größter Konkurrent.
    Das war mir zwar irgendwie klar, aber wurde nochmal bestätigt. Designstudenten können sich kritisieren und bewerten, jedoch entsteht nie Konkurrenzkampf, weil jeder anders an die Aufgaben herangeht. Es gibt viele richtige Wege und es geht darum, das beste aus dem eigenen zu machen. 

Es war ein gutes Wochenende. Frei von Verantwortung und Stress konnte ich vor der letzten Uniwoche nochmal richtig loslassen. Mit Michi und Max lachte, schimpfte und tanzte ich mich durch das Splash Festival in Ferropolis.

Burnout. Burnin.

Es ist unheimlich. Dieses ganze neue Leben hier in Hamburg. Natürlich war mir klar, dass ich hier neue Erfahrungen machen würde. So mit Studium und 400 Kilometer von den Eltern entfernt, wünscht man sich eigentlich auch nichts anderes. Doch irgendwie kam es härter als gedacht.

Das Studium hat mir fast einen Burnout verpasst. Und das nachdem mir und allen klar war, was für ein prächtiges und entspanntes Studium ich doch führen würde. Pustekuchen. So wie ich es angegangen bin, ist es nicht weniger anstrengend als andere Bachelor Studiengänge. Zwar verzichte ich auf permanentes Lernen, zahlreiche Hausarbeiten und Referate, aber dafür verlangt mir jeder Kurs alles ab. Die Projekte verfolgen mich vor allem zum Semesterende, wenn sich alles stapelt, bis in den Schlaf. Ich stand die letzten Wochen pausenlos unter Spannung, weil ich nicht für eine Sekunde vergessen konnte, was ich noch zu tun habe. Mittlerweile verstehe ich es, einzelne Projekte zu priorisieren und andere einfach weniger ernst zu nehmen. Letzteres hätte ich nie tun müssen, wenn ich nicht noch zwei zusätzliche Kurse gewählt hätte.

Fakt ist: ich bin allein hier. Zumindest sind hier weder Schulfreunde noch Verwandte in erreichbarer Nähe. In meinem Freundeskreis bin ich also der Hamburger. Das will noch nicht so recht in meinen Kopf rein. Nichtsdestotrotz habe ich hier natürlich allerbeste Menschen kennen gelernt. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Doch eines kam noch hinzu, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich bekam den perfekten Job. Ein simpler Aushang in der Uni führte mich dazu, neben dem Studium bei einem jungen Startup-Unternehmen gestalterische Aufgaben zu übernehmen. Einerseits bin ich dort Lehrling. Andererseits habe ich super viel Verantwortung. Besser geht’s nicht! Aber wie gesagt: ich hatte nicht damit gerechnet, wodurch mir mein volles Studium fast den Rest gab.

Jetzt ist es wieder gut. Unheimlich gut.

So Dinge eben.

Im Hintergrund läuft gerade Casper, mein Projekt in Editorial Design nimmt neue Formen an und die Antworten des Tages formen die Aufgaben der nächsten Wochen. So fahre ich jetzt wohl doch zum Splash, wenn das Ticket von Ebay ankommt. Und ich bekomme Besuch im August. Vielleicht fahre ich nach Berlin und sehe die Dallas Mavericks. Aber erstmal müssen noch ein paar Dinge gedruckt werden, damit das Semester mit fertigen Designs erfolgreich endet. So Dinge eben.

Das Splash fällt ins Wasser.

Tjaja. Da freute ich mich schon ein paar Tage auf mein Festival mit meinen Freunden. Was passiert? Ich sehe, dass mir die wichtigsten Acts wegen des Studiums entgehen würden, weil ich dafür später kommen und früher gehen muss. So macht das diesjährige Splash Festival wenig Sinn für mich. Dumm gelaufen.