Ramin Djawadi über die Musik in Game of Thrones

Heute erscheint Game of Thrones in der siebten und vorletzten Staffel auf HBO. Ich bin heiß und kann es kaum erwarten, die erste Episode zu sehen … und zu hören, was Komponist Ramin Djawadi uns wieder kredenzt hat. Spätestens seit Light of the Seven halte ich große Stücke auf ihn. Mit diesem finalen Score der sechsten Staffel hat er sich für mich auf Hans Zimmer und Clint Mansell Niveau katapultiert. Um die Vorfreude zu steigern, können wir uns nochmal alle zurücklehnen, das verlinkte Video ansehen und dem Herrn Djawadi bei der Arbeit zuhören.

Inside Game of Thrones: A Story in Score direkt auf YouTube ansehen

Puppenspiel für Kinofreunde

Kubo and the Two Strings (2016)

Laika ist das beste Überbleibsel an analoger Filmkunst, das die Welt zu bieten hat. Die Truppe, die sich nach dem sowjetischen Weltraumhund benannt hat, unterhält uns seit 2005 mit Stop-Motion-Filmen. Dabei sind unterhaltsame Schauermärchen wie Coraline und ParaNorman entstanden, die ein verdrängtes Genre am Leben gehalten haben.

Mit Kubo – Der tapfere Samurai hat das Filmstudio die Messlatte nochmal um einiges höher gelegt. Es handelt sich um einen waschechten Samuraifilm mit viel Mystik und Action, der mit maximal viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde. Streckenweise fühlte ich mich an Filme aus dem Studio Ghibli erinnert. Zwar auf beste Art und Weise, aber eigentlich mag ich es nicht, wenn Amerikaner, sich an japanischer Erzählweise versuchen, um dann doch daran zu scheitern. Denn so ähnlich ergeht es auch Kubo, wenn der Versuch unternommen wird, klassische westliche Erzählstrukturen mit der philosophischen Gedankenwelt Japans zu verknüpfen. Mich freut es zwar, weil ich generell auf Japanromantik stehe, aber am Ende ist das ein sehr heiliges Feld, auf das sich Laika hier getraut hat. Ein Balanceakt, der nur gelingt wegen der unendlich schönen Bildsprache und einer kreativen Geschichte, die an klassische Sagen erinnert. Trotz kleiner Ungereimtheiten, die den Film nicht schmälern, bin ich überrascht, dass Laika den Oscar für den besten Animationsfilm an Zootopia verloren hat. Zootopia! Ein toller Film, der aber nichts neu macht. Ich bitte euch! Wer traut sich denn heute noch in Zeiten von CGI, Wasser, Actionsequenzen und Felltiere schrittweise per Hand zu animieren? Die romantischen Punks von Laika nämlich!

Ich ärgere mich, dass ich Kubo nicht im Kino gesehen habe, weil die Plastizität erst auf großer Leinwand so richtig beeindruckt. Dennoch empfehle ich jedem, den Film in welcher Form auch immer anzusehen. Und falls er nochmal auf der großen Leinwand läuft, meldet euch bei mir.

Nicht noch ein Superheldenfilm!

Wonder Woman (2017)

Ein Model wurde von den Machern von Batman V Superman für die Rolle der Wonder Woman auserkoren. Gal Gadot trifft auf Zack Snyder. Während wohl große Teile der aktuellen DC-Verfilmungen Mist sind, hat es Wonder Woman in die Herzen der Zuschauer geschafft. Ihre kurze Präsenz hat viele verzaubert, doch kann sie einen ganzen Film stemmen?

Wonder Woman spielt während des 1. Weltkrieges. Wonder Woman aka Diana wird von Amazonen groß gezogen und lebt fernab unserer Realität auf einer versteckten griechischen(?) Insel. Die Insel wird entdeckt und Diana zieht es in die weite Welt, um diese zu retten. Ab da entspinnt sich ein Abenteuer zwischen den Fronten des Krieges. Mit viel Action und angenehmen Humor, lernt Diana, die Tücken der menschlichen Kultur kennen, während die Welt Wonder Woman kennenlernt. Sie ist charmant, gutgläubig und hinreißend, saustark, unsterblich und eine Macherin. Dieser Charakter funktioniert zu Beginn des Films äußerst gut, als noch Platz für besondere Momente ist. Am Ende mischt sich der klassische Wahnsinn eines jeden anderen Superheldenfilms ein. Zu viel Action inklusive epischem Endgegnerkampf. Überhaupt sind die Antagonisten eine Frechheit. Langweilig und charakterlos. Das muss ein Ende finden. Und dieser Film hätte ein anderes Ende verdient. Denn eigentlich ist Wonder Woman einer der unterhaltsamsten Superheldenfilme, der vergangenen Jahre.

Die Regisseurin Patty Jenkins hat guten Geschmack bewiesen, weil sie im Gegensatz zu den anderen DC-Verfilmungen Wert auf Emotionen gelegt hat. Wer hätte gedacht, dass das funktionieren könnte? Robin Wright darf auch nicht unerwähnt bleiben. Bekannt aus House of Cards als Claire Underwood, spielt sie hier die Badass-Amazonenkriegerin. Bitte mehr davon. Überhaupt ist der weibliche Anteil der Crew außergewöhnlich. Viele Frauen in vielen Hauptrollen. Hollywood hätte früher Angst vor so viel Östrogenen gehabt. Und obwohl es noch keine Selbstverständlichkeit ist, hat es sich absolut richtig angefühlt. Diversity is King … äh … ich meine Queen.

🔗 The Good Dinosaur: The Best CGI Effects Ever Made

Pixar’s ‚The Good Dinosaur‘ has raised the bar so much for CGI animations that it’s tough to tell the difference between real life and animation.

Arlo & Spot ging nicht nur in Deutschland an vielen vorbei, die keine Kinder sind oder welche haben. Es ist bis dato der Pixar-Film mit dem geringsten Einspielergebnis (332 Millionen US-Dollar). Das ist zwar immer noch genug Geld, aber was ist dran am Pixar-Flop? Anscheinend war das Marketing nicht besonders gut, wenn ich normalerweise keinen Film des Studios verpasse. Vielleicht war Arlo & Spot zu kindlich angelegt, wo doch sonst immer die viele Ebenen in Pixar-Filmen jeden ansprechen sollen. Was auch immer die Gründe waren, am Ende haben wir einen wunderschönen Film erhalten, der vor allem für Ästheten einen Blick wert ist.

We Can’t Tell the Difference Between Pixar’s Animations and Real Photos (imgur-Album)

A Maze 2017

Gemeinsam mit Anni war ich auf dem AMaze Festival, nachdem ich es letztes Jahr verpasst hatte. Dieses kleine Festival findet jährlich im Rahmen der Berlin Games Week statt und es hat sich als Hort für Macherinnen und Macher aus der internationalen Indiespielszene etabliert. Neben einer prall gefüllten Konferenz, werden Spiele ausgestellt und 8-Bit-Partys veranstaltet. Es geht weniger um Business, sondern mehr um Kunst, Emotionen und skurrile Ideen. „A Maze 2017“ weiterlesen

Groß, stumpf und witzig – so muss Kino sein

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017)

Dieser Film ist vorhersehbar, laut und bedient sich allen Klischees eines Superheldenfilmfinales. Und trotzdem liebe ich den zweiten Teil von Guardians of the Galaxy! Der erste war ein Überraschungserfolg, weil niemand diese Truppe an Superhelden kannte. Jetzt sollte jeder wissen, worauf er oder sie sich einlässt. Und wer den ersten mochte, wird auch mit dem zweiten sehr viel Freude haben. Spaß ist nämlich garantiert. Wo ich mich bei Deadpool für viele Lacher schämte und mich teilweise sehr unwohl mit den Gags fühlte, ist das hier mein humoristischer Safe-Space. Jeder Witz sitzt und ich lache lauthals mit den hundert Menschen im Kino mit. Zwischendurch schwärme ich von den protzigen Farben, die die Leinwand wie ein Feuerwerk erhellen. Am Ende bleibt ein gutes Filmerlebnis, das den Vorgänger nicht übertrifft, aber mit den richtigen Mitteln fortführt.

Damit habe ich 5 Filme aus meiner Filmvorschau für 2017 gesehen.

🔗 Vergessene Riesen von Thomas Dambo

Little Tilde | Thomas Dambo

Thomas Dambo hat um Kopenhagen herum riesige Holzskulpturen versteckt, die an Maurice Sendaks „Wo die wilden Kerle wohnen“ erinnern. Der dänische Designer arbeitet mit gebrauchten Materialien und platziert seine Werke an besonderen Orten. Orte, die man sonst nicht entdecken oder wertschätzen würde. Wälder, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Lichtungen, die einen belohnen, wenn man sie aufsucht. Besonders gut gefällt mir der Brückentroll Oscar.

Kreative Musikvideos sind Mangelware

Cassius ft. Cat Power Pharell Williams | Go Up

Kreative Musikvideos sind Mangelware. Kennt ihr vielleicht noch Perlen dieser sträflichst vernachlässigten Videokunst? Mir fallen gerade nur zwei Namen ein, wenn ich daran denke: Michel Gondry und OK Go. Ich muss auch zugeben, dass ich seit dem Ende von MTVs Musiksendungen keine nennenswerte Zahl an Clips mehr gesehen habe. Das liegt aber wahrscheinlich auch genau daran, dass die allermeisten Videos wirklich langweilig sind. Go Up von Cassius ist da eine sehr willkommene Abwechslung. Auch scheint Alex Courtès, der Regisseur hinter diesem zweigeteilten Geniestreich, schon mehrere andere kreative Auswüchse hervorgebracht zu haben. Unter anderem auch dieses Video von Justice und diesen legendären Clip für Seven Nation Army. Da lässt sich definitiv ein Muster erkennen, das zwischen den ganzen seelenlosen Popvideos heraussticht.

🔗 Fearless Girl: Werbung und Kunst

And yet, there she is, the Fearless Girl. I love the little statue of the girl in the Peter Pan pose. And I resent that she’s a marketing tool. I love that she actually IS inspiring to young women and girls. And I resent that she’s a fraud. I love that she exists. And I resent the reasons she was created.

Sie geht durchs Netz und alle lieben sie – außer der Künstler des Charging Bull, der Statue, die Fearless Girl gegenübersteht. Greg Fallis zeigt, wieso Arturo Di Modica wütend sein darf.

seriously, the guy has a point (via)

Foto von Anthony Quintano (Lizenz: CC BY 2.0)