A New Adventure in Video Game Accessibility

Als Designer wird man immer wieder mit dem Begriff „Accessibility“ konfrontiert. Noch viel häufiger vergisst man diesen Begriff. Leider. Denn Accessibility soll Medien für eine möglichst breite Masse öffnen. Nicht nur der Durchschnittsmensch sollte beim Design bedacht werden, sondern auch alle, die zum Beispiel nicht sehen oder hören können. So wie jede U-Bahn einen Fahrstuhl haben sollte, sollte jedes Medium so entworfen werden, dass man den Zugang maximal erleichtern kann.

Das verlinkte Video zu Uncharted 4 ist einerseits sehr geschicktes Marketing und andererseits eine wichtige Erinnerung an alle Entwickler und Designer, dass es da draußen Menschen mit anderen Bedürfnissen und Anforderungen gibt. Hoffen wir einfach, dass die Botschaft des Videos bald so selbstverständlich und unspektakulär sein wird, dass man damit kein Marketing mehr betreiben kann.

via ‏@the_whispering

Heimwerkerking Fynn Kliemann

Die Generation YouTube hat viele Kackbratzen (das wird man ja wohl noch sagen dürfen) auf die Menschheit losgelassen. YouTubes eigene „Trends“-Seite empfiehlt unzählige Minecraft-Videos, Top-Listen, Mega-Fails, Schminktipps und irgendwas mit Titten, Hitler oder Longboards. Und jedes Vorschaubild sieht schrecklicher und plakativer aus als das davor. Das sind also die Empfehlungen für die (deutschen) Zuschauer? Mit zwei Parteien stimmt hier etwas ganz und gar nicht. Es stimmt mit den Leuten etwas nicht, die diesen Mist konsumieren. Und es stimmt mit YouTube etwas nicht, dass diese Videos empfohlen und damit alle Ü14 vergrault werden. Go home YouTube, you’re drunk!

Trotzdem gucke ich weiter fleißig YouTube, weil es ja doch die eine oder andere Perle zu entdecken gibt. Meistens sind diese englischsprachig und haben irgendwas mit Medien oder Satire zu tun. Ich hätte meine Leber verwettet, dass ich niemals einem deutschen YouTuber folgen würde, der Heimwerker-Tutorials macht. Tja, ich hätte jetzt keine Leber mehr. Zumindest eine Hälfte. Denn so richtig Heimwerker ist Fynn Kliemann nicht wirklich. Und von Tutorials zu sprechen, ist auch sehr weit hergeholt.

Fynn Kliemann ist der selbsternannte „Heimwerkerking“. Er lebt mit seiner Freundin auf dem norddeutschen Land und bastelt … oder so. Er hat vielleicht nicht zwei linke Hände, aber so richtig geschickt stellt er sich auch nicht immer an. Er macht halt einfach. Er ist ein Anpacker, der sich nicht darum schert, wie etwas ganz genau auszusehen hat. Er probiert es einfach und wenn es nicht klappt, probiert er es weiter. Und das filmt er dann. Am Ende entsteht ein Video voller Out-Takes. Fynn schweißt, Fynn verbrennt sich, Fynn flucht, Ding fällt, Fynn fängt, Fynn tanzt, Ding fällt wieder, Fynn fängt nicht, Fynn flucht. So oder so ähnlich sind die kurzen und schnell geschnittenen Episoden gestrickt. Und am Ende gibt es meistens einen Song zum Thema.

Während Fynn vor sich hin bastelt, fange ich an, darüber nachzudenken, was ich bauen oder reparieren würde. Wie würde mein Landleben aussehen? Und plötzlich hat man eine ganz andere Lebensperspektive. Raus aus der Stadt, Haus bauen, Baum pflanzen und Huhn kaufen! Vielleicht werde ich niemals aufs Land ziehen, aber ich könnte es mir vorstellen, nachdem ich Fynn Kliemann dabei zugesehen habe.

Ich bin schwer begeistert und kann jedem empfehlen, sich mal eine Folge anzuschauen und mitzufiebern. Unter den vielen Videos sind meine Favoriten Hühnerstall selber bauen, Teich bauen und Feldstein Terrasse pflastern. Oder gönnt euch einfach alle Episoden.

Snowpiercer (2013)

In Snowpiercer erzählt der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho (The Host, Mother) die Geschichte eines Zuges, in dem die letzten Menschen leben. Um sie herum ist nichts weiter als Schnee, Eis und Tod. Einerseits geht es um die Klimaerwärmung und die Abhängigkeit des Menschen zur Natur (siehe auch The Road) und vor allem geht es um extreme Klassengesellschaft. Innerhalb des Zuges, der seit 18 Jahren im Kreis um die Welt fährt, gibt es nämlich die armen Schweine, die im hinteren Teil ihr Dasein fristen und die privilegierte Oberschicht, die es sich weiter vorne gut gehen lässt. Das gefällt Chris Evans aka Captain America gar nicht und so beschließt er eine Revolution an die Spitze des Zuges anzuführen.

Snowpiercer ist ein harter Film, der erbarmungslos Menschen hinrichtet. Es ist auch ein kreativer Film, der seine Themen sehr direkt präsentiert, aber auf eine Art und Weise, dass es sich mehr wie ein Terry-Gilliam-Film (Monty Python, Brazil) anfühlt als ein Steven-Spielberg-Blockbuster. Die reiche Gesellschaft wird sehr verrückt dargestellt, ähnlich also wie bei Die Tribute von Panem. Und so günstig manche Bilder auch aussehen, steckt sehr viel Liebe und Symbolik in ihnen. Bong Joon-ho lässt sich viel Zeit bei seiner Erzählung und konzentriert sich gerne auf Details. Immer wieder geht es um die Wahl zwischen rechts und links, vorne und hinten, was bei einem so „linearen“ Film natürlich besonders viel Sinn macht und Eindruck hinterlässt.

Am Ende durchbricht der Film den gleichen Kreislauf, auf dem der Zug seine Runden dreht. Zu oft spricht man über schlechte Enden. Hier will ich mal das gute (wenn nicht sogar perfekte) Ende loben.

Für Fans von The Road, Equilibrium und südkoreanischem Kino.

Tarkin

James Lucenos Roman Tarkin ist eine Hymne auf den Großmoff aus dem Star Wars Universium. Tarkin ist der grau-behaarte, kantige Gouverneur, der den Todesstern kommandiert und mit ihm in Episode IV untergeht. Der Roman spielt einige Jahre davor. Darth Vader gibt es schon und das All wird vom Imperium beherrscht. Es gibt zahlreiche Rückblicke in Tarkins Jugend, die gut veranschaulichen, wie ein Mensch zu so einem Apparat des Bösen werden konnte. Die eigentliche Geschichte dreht sich um die akribische Jagd nach einer Gruppe von Rebellen, wodurch das Buch den Anstrich eines Detektiv- oder Kriminalromans bekommt.

Klingt jetzt erstmal gar nicht so schlecht. Und ich habe vorab viel Gutes über Tarkin gehört. Ich hatte auch meinen Spaß bei einigen Passagen, aber das Buch strotzt vor langen Erklärungen zu Schiffen und hat furchtbar langweilige Abschnitte über irgendwelche politischen Akteure. Und auch die restlichen Charaktere sind entweder unterkühlte Nazis oder rachsüchtige Dissidenten. Da lob ich mein anderes Star Wars Buch Verlorene Welten, ein Roman mit Herz. Weder Tarkin noch Tarkin haben nämlich eins.

Captain America 3: Civil War (2016)

Als Hauptzielgruppe der Marvelfilme musste ich natürlich meiner Rolle gerecht werden und in den neuen Film gehen, damit die Marketingabteilung mich auch in Zukunft zuverlässig mit der richtigen Werbung zuballern kann. Doch abseits des riesigen Marketingspektakels ist auch ein guter Film entstanden. Captain America 3 setzt alle vorherigen Filme logisch fort und ändert den Kampf Gut gegen Böse geschickt in einen Streit innerhalb der Avengers.

Kurzum geht es um den Kampf Captain America gegen Iron Man. Steve Rogers gegen Tony Stark. Freiheit gegen Sicherheit. Und weil Cap und die eiserne Maske nicht ganz ohne Freunde dastehen, teilt sich die Superheldenriege in zwei Gruppen, die spektakulär aufeinandertreffen. Einerseits ist das total großartig, weil man sich als Kind genau diese Szenen so episch auf der großen Leinwand gewünscht hat. Andererseits spielt auch Ernüchterung mit. Ich bin noch immer gesättigt von der Schlacht um New York im ersten Avengers-Film. Und an die Gänsehautmomente von damals wird erstmal kein neues Effektfeuerwerk heranreichen.

Umso wichtiger ist, dass es sich hier nicht mehr um eine übernatürliche böse Kraft handelt, gegen die gekämpft werden muss. Die Story ist letztlich ein banaler Streit zwischen Freunden, der eskaliert und durch übermenschliche Faustkämpfe ausgetragen wird. Und diese Menschlichkeit ist das Größte, was man mit Superhelden auf die Leinwand bringen kann. Oft sind es die kleinen Momente zwischen den Actionsequenzen, die die großen Emotionen vermitteln. Da man in Civil War mit jeder Seite sympathisiert, funktionieren diese Momente auch in den Kämpfen selbst.

Fazit

Und so sehr ich den Film auch mochte – er war rund und hat viel für die weiteren Filme etabliert – muss ich doch sagen, dass er mich persönlich nicht so gepackt hat, wie ich es erwartet hatte. Civil War ist unter meinen Top 5 der Marvel-Verfilmungen, aber er hätte ganz oben stehen können. Irgendwas Banales hat mir gefehlt. Abwechslung in der Szenerie oder Farbgebung? Mehr oder andere Action? Der Film wirkte oftmals leer, obwohl so viele Stars zu sehen waren. Viele Szenen waren abgekapselt von der Umgebung, obwohl der Film auf der halben Welt spielt und sehr groß und international tut. Und ich glaube, das könnte es sein. Nur die erste Actionszene spielte in einer belebten Stadt zwischen echten Menschen, die Teil jeder Heldengeschichte sein sollten. Und diese Geschichte ist eine egoistische. Von, mit und über Helden. Und so menschlich sie auch sind, will ich sie unbedingt zwischen normalen Menschen sehen, die einkaufen oder zur Schule gehen, um mich als Teil der Geschichte zu fühlen.

PS: Spider-Man

Wer übrigens auch noch zur Schule geht und einen fantastischen Auftritt hatte: Spider-Man! Ich sag es hier und ab sofort immer wieder: Ein junger Spider-Man tut Marvel so gut, weil er sich noch vor seinem Leben verantworten muss. Während alle anderen Helden keinerlei Verantwortung oder Familie haben, wird Peter Parker noch mit normalen Problemen (Hausaufgaben, Pubertät, etc.) konfrontiert. Und das bedeutet wiederum, dass wir ganz andere Geschichten gezeigt bekommen. Und das ist verdammt wichtig zwischen all den Aliens und eintönigen Bösewichten.

Ant-Man (2015)

Man merkt die Einflüsse von Edgar Wright, wenn man Marvels Ant-Man schaut. Der Film ist witzig und hat ungefähr dessen Stil. Leider ist Edgar Wright, bekannt durch Shaun of the Dead und Scott Pilgrim, vorzeitig abgesprungen, obwohl der Regisseur mit den markanten Schnitten sich seit Jahren mit Ant-Man beschäftigt hatte. Das Marvel Cinematic Universe (MCU) muss halt bestimmten Regelmäßigkeiten und Gesetzen treu bleiben, die für manchen Kreativen zu weit gehen und nur noch einengen. Deswegen haben wir nur einen halben Edgar-Wright-Film bekommen … aber man ist der gut.

Ant-Man klingt erstmal nicht nach dem nächstbesten Superhelden, den man rauskramt, wenn man einen neuen Film machen will. Doch man merkt schnell, dass man mit Paul Rudd als sympathischen Dieb, alles richtig gemacht hat, um einen unterhaltsamen Heist-Film zu drehen. Nach guter alter Ocean’s Eleven-Manier werden hier Schrumpfanzüge, Ameisen, skurrile Mitstreiter und Michael Douglas angesammelt, um den großen Coup zu landen und die Welt zu retten.

Man merkt es vielleicht schon. Ich bin sehr begeistert! Und das trotz bekannter Strukturen und trotz eines unfassbar schwachen Antagonisten. Neben Guardians of the Galaxy hat mich dieser Superheldenfilm am meisten zum Lachen gebracht. Na gut. Da war noch Deadpool, der auch sehr lustig war, aber der gehört nicht zum MCU und Ant-Mans Humor passt einfach sehr viel besser zu meinen Lachreflexen. Und wenn ihr jetzt immer noch keinen Bock auf den Film habt und Insekten sowieso widerlig findet, dann solltet ihr Ant-Man trotzdem gucken.

🔗 #Haulternative – 7 Tipps für Slow Fashion

#Haulternative – 7 Tipps für Slow Fashion

Der Hashtag #haulternative ruft eigentlich dazu auf, stattdessen Second Hand Kleidung zu zeigen. Das mache ich hier heute auch, alle Bilder zeigen meine liebsten Second Hand Teile, die mittlerweile fast die Hälfte meiner Garderobe ausmachen. Zusätzlich gibts aber auch noch ein paar Tipps zum Thema Slow Fashion.

Das Rotköpfchen macht sich Gedanken zum nachhaltigen und bewussten Konsum in Sachen Mode. Die Tipps und Tricks kann man aber auch gut auf andere Bereiche übetragen. Ich plädiere für Slow Möbel und Slow Technik! (Zumindest was Konsum angeht. Langsame Technik wäre nämlich nicht so meins.)

🔗 A Maze 2016

Zum fünften Mal tummeln sich auf der Amaze in Berlin kreative Entwickler aus aller Welt. Wir waren vor Ort und versuchen, euch mit diesem Video einen Eindruck zu vermitteln.

[…] Das Publikum ist eine Mischung aus Künstlern, Kreativen, Interessierten und total durchgeknallten, schrägen, aber liebevollen Zockern, auf die das Schimpfwort „Hipster“ eben überhaupt nicht zutrifft. A Maze ist ein wenig Avantgarde und unangepasst. […]

Eine Video-Reportage von 4Players zum A Maze Festival, dem ich dieses Jahr ausnahmsweise ferngeblieben bin. (Siehe auch: A Maze 2014 und 2015)

House of Cards S04 (2016)

Nachdem die dritte Staffel von House of Cards sehr langatmig war und wenige abwechslungsreiche Geschichten erzählte, wirkt die vierte Staffel wie eine Wiedergeburt der Serie. Viel passiert, auch außerhalb des politischen Alltags, und die Underwoods erleben eine verdiente Weiterentwicklung. Wer House of Cards mag, wird diese Staffel mögen.